Was bedeutet logarithmisch?
Logarithmisch beschreibt eine mathematische Skala oder Darstellung, bei der Werte nicht linear, sondern in Form ihrer Logarithmen aufgetragen werden. In der Finanzwelt wird der Begriff besonders bei Charts und Diagrammen verwendet, um prozentuale Veränderungen über verschiedene Zeiträume vergleichbar darzustellen. Eine logarithmische Darstellung ist hilfreich, wenn Werte über große Spannen steigen oder fallen, da sie extreme Ausschläge visuell reduziert und relative Veränderungen gleichmäßig abbildet.
Definition und Funktionsweise
Die logarithmische Darstellung basiert auf den Eigenschaften des Logarithmus:
- Prozentuale Skalierung: Gleiche vertikale Abstände entsprechen gleichen prozentualen Veränderungen, nicht gleichen absoluten Beträgen.
- Exponentielles Wachstum: Linien, die exponentielles Wachstum darstellen, erscheinen gerade, wodurch langfristige Trends besser erkennbar sind.
- Vergleichbarkeit: Unterschiedlich große Kursbewegungen können auf einer Skala vergleichbar dargestellt werden.
- Klarheit bei Volatilität: Extreme Schwankungen werden abgeschwächt, während kleine Veränderungen sichtbar bleiben.
Bedeutung für Anleger
Logarithmische Darstellungen sind in der Finanzanalyse besonders nützlich:
- Langfristige Trends: Anleger können die Entwicklung von Aktien oder Indizes über Jahrzehnte hinweg besser beurteilen.
- Technische Analyse: Unterstützt die Identifikation von Trendlinien, Widerständen und Unterstützungen auf prozentualer Basis.
- Vergleich verschiedener Wertpapiere: Proportionale Veränderungen verschiedener Aktien oder Fonds lassen sich auf einer logarithmischen Skala leichter vergleichen.
- Risikoeinschätzung: Extreme Kursbewegungen werden relativiert, was die Analyse stabiler Trends erleichtert.
Praxisbeispiel
Ein Anleger analysiert die Microsoft-Aktie über 20 Jahre. Während ein linearer Chart große Kursanstiege stark überbetont und kleine Rückgänge kaum sichtbar macht, zeigt ein logarithmischer Chart die prozentualen Kursbewegungen gleichmäßig. Dadurch lassen sich langfristige Wachstumsraten und Korrekturen realistischer erkennen, was für die Anlageentscheidung entscheidend sein kann.
Unterschied zu linearer Darstellung
Logarithmisch vs. linear:
- Linear: Gleiche Abstände auf der Achse repräsentieren gleiche absolute Werte.
- Logarithmisch: Gleiche Abstände repräsentieren gleiche prozentuale Veränderungen.
- Langfristige Analyse: Logarithmisch eignet sich besser für langzeitliche Trendbeobachtung und Aktien mit starken Wertsteigerungen.
- Visualisierung: Extremwerte werden proportional dargestellt, sodass der Überblick über langfristige Entwicklungen leichter fällt.
boerse.de-Schlussfolgerung
Logarithmisch ist eine besonders nützliche Darstellungsform in der Finanzanalyse, da sie prozentuale Veränderungen gleichmäßig abbildet und langfristige Trends besser sichtbar macht. Anleger profitieren von einer realistischen Einschätzung von Kursentwicklungen, Trendlinien und Wachstumsraten, insbesondere bei stark schwankenden oder stark wachsenden Wertpapieren.