Eine Preference Share ist eine besondere Form der Aktie, die ihrem Inhaber gegenüber den gewöhnlichen Stammaktien (Common Shares) bestimmte Vorrechte einräumt. In der deutschsprachigen Finanzwelt entspricht der Begriff weitgehend der Vorzugsaktie. Preference Shares verbinden typische Merkmale des Eigenkapitals mit Eigenschaften, wie man sie sonst aus dem Bereich festverzinslicher Wertpapiere kennt. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Unternehmensfinanzierung und richten sich vor allem an Anleger, die planbare oder priorisierte Erträge bevorzugen.
Die wichtigsten Charakteristika von Preference Shares lassen sich in drei zentralen Punkten zusammenfassen:
Durch ihre Mischform werden Preference Shares oft als Hybridkapital bezeichnet: für Unternehmen sind sie bilanztechnisch Eigenkapital, für Anleger wirken sie teilweise wie Anleihen.
Preference Shares ermöglichen es Unternehmen, frisches Kapital aufzunehmen, ohne die Stimmrechtsverhältnisse zu verändern. Das ist besonders attraktiv für Firmen, die Wachstum finanzieren möchten, gleichzeitig aber eine Verwässerung der Stimmrechte vermeiden wollen.
Da Preference Shares die Dividende nicht zwingend garantieren, bleiben sie für Unternehmen flexibler als klassische Fremdfinanzierungsinstrumente. Aus Sicht der Investoren ergibt sich ein Vorteil durch priorisierte Dividendenzahlungen und eine bessere Stellung im Insolvenzfall.
Je nach Ausgestaltung können Preference Shares sehr unterschiedliche Rechte und Risiken beinhalten. Zu den wichtigsten Kategorien gehören:
Welche Art ein Unternehmen ausgibt, hängt von seinen Finanzierungszielen und der angestrebten Kapitalstruktur ab.
Ein typisches Beispiel ist die Finanzierung von Unternehmensinvestitionen oder Übernahmen. Unternehmen können Preference Shares ausgeben, um Kapital zu beschaffen, ohne den bestehenden Aktionären Stimmrechte zu entziehen. Anleger profitieren im Gegenzug von bevorzugten Ausschüttungen.
Ein weiteres Beispiel findet sich im Finanzsektor: Banken nutzen Preference Shares, um ihre Kapitalbasis zu stärken, da diese im Rahmen regulatorischer Vorschriften teilweise als hartes Kernkapital anerkannt werden.
Auch bei Familienunternehmen kommen Preference Shares zum Einsatz, um Kapital von Investoren aufzunehmen, ohne die Kontrolle über das Unternehmen aus den Händen zu geben.
Preference Shares sind ein vielseitiges Finanzierungsinstrument, das Unternehmen mehr Flexibilität und Investoren attraktive Prioritätsrechte bietet. Sie schlagen eine Brücke zwischen Aktien- und Anleihenwelt und stellen gerade für einkommensorientierte Anleger eine interessante Option dar. Wie bei allen Hybridinstrumenten variiert das Risiko je nach Ausgestaltung, weshalb die genaue Analyse der jeweiligen Rechte entscheidend ist. Im Ergebnis bieten Preference Shares eine bewährte Möglichkeit, Kapital effizient zu strukturieren und gleichzeitig unterschiedliche Interessen von Unternehmen und Anlegern auszubalancieren.