Streubesitz

Was ist Streubesitz?

Streubesitz bezeichnet den Anteil der Aktien eines Unternehmens, der sich im Besitz einer Vielzahl von Anlegern befindet und nicht von Großaktionären, Gründern oder institutionellen Investoren gehalten wird. Aktien im Streubesitz werden aktiv an der Börse gehandelt, was die Liquidität der Aktie erhöht und den freien Handel erleichtert. Der Begriff ist insbesondere für Investoren und Analysten von Bedeutung, da er Rückschlüsse auf die Marktdynamik und die Preisstabilität einer Aktie zulässt.

Bedeutung des Streubesitzes

Der Streubesitz ist ein zentraler Faktor bei der Bewertung einer Aktie. Je höher der Streubesitz, desto größer ist in der Regel die Liquidität der Aktie, da mehr Anteilseigner am Markt teilnehmen. Eine hohe Liquidität bedeutet, dass die Aktien leichter gekauft oder verkauft werden können, ohne dass es zu starken Kursschwankungen kommt. Dies macht die Aktie attraktiver für institutionelle Anleger, die größere Positionen aufbauen oder abbauen möchten.

Umgekehrt kann ein geringer Streubesitz die Volatilität erhöhen, da bereits kleinere Handelsvolumina den Kurs stark beeinflussen können. Bei Unternehmen mit dominierenden Großaktionären, wie beispielsweise Familienunternehmen oder staatlich kontrollierten Firmen, ist der Streubesitz oft begrenzt, was die Preisbildung am Markt weniger transparent macht.

Berechnung und Beispiele

Der Streubesitz wird üblicherweise als Prozentsatz des gesamten Grundkapitals eines Unternehmens angegeben. Beispiel: Besitzt ein Unternehmen 10 Millionen ausgegebene Aktien, von denen 6 Millionen in den Händen von Großaktionären oder institutionellen Investoren liegen, beträgt der Streubesitz 4 Millionen Aktien oder 40%.

Beispiele für Aktien mit unterschiedlichem Streubesitz:

  • Die Siemens AG weist einen vergleichsweise hohen Streubesitz auf, was die Aktie besonders für aktive Trader und institutionelle Anleger interessant macht.
  • Familienunternehmen wie Henkel oder BMW haben oft einen deutlich niedrigeren Streubesitz, da bedeutende Aktienpakete in den Händen der Gründerfamilien liegen.

Streubesitz und Marktkapitalisierung

Der Streubesitz beeinflusst auch die Free-Float-Marktkapitalisierung, die bei Indexberechnungen wie dem DAX oder MDAX berücksichtigt wird. Nur der Streubesitz wird zur Berechnung der Marktkapitalisierung herangezogen, da diese den tatsächlich frei handelbaren Marktwert eines Unternehmens widerspiegelt. Indexanbieter gewichten Unternehmen daher auf Basis des Streubesitzes, um die Repräsentativität und Liquidität des Index sicherzustellen.

Strategische Relevanz

Für Unternehmen ist die Höhe des Streubesitzes nicht nur für die Börsenbewertung relevant, sondern auch für Investor Relations und das öffentliche Image. Ein gut streuender Streubesitz signalisiert Transparenz und Marktgängigkeit, während ein geringer Streubesitz auf Kontrollmechanismen durch wenige Großaktionäre hinweist. Investoren nutzen Informationen zum Streubesitz auch, um Entscheidungen über Aktienkäufe, Indexaufnahme oder Arbitrage-Strategien zu treffen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Streubesitz gibt Aufschluss über den Anteil der Aktien eines Unternehmens, der frei handelbar ist, und beeinflusst maßgeblich Liquidität, Volatilität und Marktwertberechnung. Unternehmen mit hohem Streubesitz bieten Anlegern mehr Handelsmöglichkeiten, während geringer Streubesitz potenziell zu höheren Kursschwankungen führen kann. Informationen zum Streubesitz sind daher für Investoren, Analysten und Indexanbieter gleichermaßen von zentraler Bedeutung. Beispiele wie die Siemens AG zeigen, wie sich ein hoher Streubesitz positiv auf die Attraktivität einer Aktie auswirken kann.



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