Tracking Error bezeichnet die Abweichung der Rendite eines Fonds, insbesondere eines Indexfonds oder ETFs, von der Rendite seines Referenzindex. Er gibt an, wie genau ein Fonds den zugrunde liegenden Index nachbildet. Je geringer der Tracking Error, desto besser spiegelt der Fonds die Performance des Index wider. Ein hoher Tracking Error deutet darauf hin, dass der Fonds stärker von der Indexentwicklung abweicht, was auf Kosten, Managemententscheidungen oder andere Faktoren zurückzuführen sein kann.
Der Tracking Error wird in der Regel als Standardabweichung der Differenz zwischen der Fondsrendite und der Indexrendite über einen bestimmten Zeitraum berechnet. Formal lautet die Formel:
Tracking Error = Standardabweichung (Rendite Fonds – Rendite Index)
Ein niedriger Tracking Error, beispielsweise unter 1%, zeigt an, dass der Fonds den Index sehr genau abbildet. Hohe Werte über 2–3% können auf ein aktiveres Management, höhere Kosten oder andere Abweichungen hindeuten.
Es gibt mehrere Gründe, warum ein Fonds nicht exakt die Indexperformance nachbildet:
Ein praktisches Beispiel ist ein ETF auf den DAX. Angenommen, der DAX steigt an einem Monat um 5%, der ETF erzielt jedoch nur 4,8%. Die Differenz von 0,2% trägt zum Tracking Error bei. Solche Abweichungen sind bei passiven Fonds normal und resultieren meist aus Verwaltungsgebühren oder minimalen Abweichungen bei der Indexnachbildung.
Ein weiteres Beispiel ist ein internationaler Indexfonds, der in US-amerikanische Aktien investiert. Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar können den Tracking Error erhöhen, da der Fonds in der Heimatwährung eine andere Rendite zeigt als der Index in US-Dollar. ETFs auf große Unternehmen wie Siemens können ebenfalls einen geringen Tracking Error haben, solange die Gewichtung der Aktie im Fonds eng am Index orientiert ist.
Für Anleger ist der Tracking Error ein wichtiges Maß, um die Qualität eines Fonds zu beurteilen. Ein niedriger Tracking Error ist besonders für passive Anleger entscheidend, die die Indexrendite möglichst genau abbilden möchten. Bei aktiv gemanagten Fonds ist ein gewisser Tracking Error normal und oft gewünscht, um Chancen auf Outperformance zu nutzen.
Ein zu hoher Tracking Error bei einem Indexfonds kann hingegen auf Ineffizienzen oder hohe Kosten hinweisen und die Rendite langfristig schmälern.
Tracking Error ist ein zentrales Kennzeichen für die Genauigkeit der Indexabbildung von Fonds und ETFs. Er zeigt, wie stark die Rendite eines Fonds von der des zugrunde liegenden Index abweicht. Für Anleger ist der Tracking Error ein entscheidendes Instrument zur Bewertung der Effizienz eines Fonds. Ein niedriger Tracking Error deutet auf eine präzise Nachbildung hin, während höhere Abweichungen Ursachen wie Managemententscheidungen, Transaktionskosten oder Wechselkursschwankungen haben können. Wer gezielt passive Fonds oder ETFs nutzt, sollte den Tracking Error als Teil der Anlageentscheidung berücksichtigen, um die Indexperformance möglichst exakt abzubilden.