So betreiben Sie aktiv Inflationsschutz

Dienstag, 08.06.21 15:50
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

das gefürchtete „I-Wort“ taucht in den vergangenen Wochen wieder vermehrt in den Medien und Analystenkommentaren auf – die Inflation. Dabei ist das Thema eigentlich schon viel früher in unseren Alltag (zurück)gekommen. Nehmen wir einfach die Zahlen zu den Spareinlagen der Deutschen. Konkret:

8,1 Milliarden Euro haben die Spareinlagen der Deutschen schon im ersten Quartal 2021 real an Wert verloren. Das sind statistisch laut einer comdirect-Studie gesehen 97 Euro pro Kopf – und das wegen der bekannten anhaltend niedrigen Zinsen und der schon zum Jahresbeginn wieder gestiegenen Inflation. Wie es zu dem Fehlbetrag kommt, ist recht einfach erklärt. Im Detail:

Inflation: Das Ersparte verliert an Wert
In den ersten drei Monaten 2021 lagen Zinssätze für Tages- und Festgelder, Girokonten und Spareinlagen bei durchschnittlich 0,11 Prozent. Die Inflationsrate zog im ersten Quartal aber an und betrug durchschnittlich 1,36 Prozent. Daraus ergibt sich ein Realzins von minus 1,25 Prozent. Denn:

Der Realzins ist der Zins nach Abzug der Inflation, also der Zins, den die Sparer unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes erzielen. 97 Euro pro Kopf sind auf den ersten Blick nun wirklich nicht unbedingt viel Geld. Wenn wir das Ganze aber langfristig einmal betrachten, zeigt sich deutlich, welcher Wertverlust durch negative Realzinsen für jeden Einzelnen entsteht: Laut Statistiken haben deutsche Sparer schon seit 2010 durch Niedrigzinsen und Inflation mehr als 151 Milliarden Euro verloren. Das sind fast 1850 Euro pro Kopf.

Das ist umso bitterer, wenn wir bedenken, dass viele Menschen gerade in der Corona-Zeit konsequent und verhältnismäßig viel an liquiden Mitteln auf die hohe Kante gelegt haben. Eben weil kein Shopping oder Urlaub möglich war. Aber dieses Sparen macht nur Sinn, wenn das Geld auch real arbeiten kann. Das heißt:

Das finanzielle Polster ist wichtig, aber ...
Ein finanzielles Polster ist wichtig, aber es sollte jeder mit Augenmaß die Höhe festlegen, dass unvorhergesehene Ausgaben ohne Probleme bewerkstelligt werden können. Der Rest sollte dagegen langfristig angelegt werden und Rendite bringen. Sie wissen:

Genau hier führt kein Weg an der Börse und den Aktienmarkt vorbei, zumal wir wohl in den kommenden Monaten kaum mit einer Zinserhöhung seitens der EZB rechnen können und somit auch das Thema Inflation weiter im Fokus stehen wird. Wer da sein Geld nur auf dem Konto „parkt“ verliert am Ende Kapital, denn das Ersparte wird weniger wert. Das bedeutet:

Trauen Sie sich, gehen Sie dagegen vor. Wer schon beispielsweise in einen der beiden boerse.de-Fonds investiert ist, könnte die Positionen oder beim persönlichen Sparplan die monatliche Rate erhöhen. Es lohnt sich am Ende auf jeden Fall, weil der Assetklasse Aktien langfristig keine andere Geldanlage etwas vormachen kann. Erst recht, wenn Sie in die Rosenheimer Champions-Aktien investieren, aus denen das Gerüst der beiden boerse.de-Fonds besteht.

Letztlich ist es natürlich von jedem selbst die ganz persönliche Entscheidung, was er mit seinem Geld anfangen möchte – aber eines lässt sich nicht weg reden: Eine Fonds-Geldanlage ist nicht nur eine gute Möglichkeit des persönlichen Vermögenserhalts, sondern auch dessen Ausbau. Und wer das verinnerlicht hat, wird sich bei den nächsten Inflationszahlen vom europäischen oder deutschen Statistikamt ganz entspannt zurücklehnen und an sein langfristig ausgerichtetes Depot denken.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Geldanlage!

Ihr
Christoph A. Scherbaum
Finanzjournalist und Börsen-Fan
Christoph A. Scherbaum (Jahrgang 1975) ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Der studierte Politikwissenschaftler ist seit über 12 Jahren Wirtschafts- und Finanzjournalist. Sein...

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