Deutsche Bank versilbert Kronjuwelen: DWS geht an die Börse!

Freitag, 09.03.18 12:28
Noch vor Ostern könnte es soweit sein: die DWS, Fondstochter der Deutschen Bank, geht an die Börse. Mit einem geplanten Emissionsvolumen von bis zu zwei Milliarden Euro und einer Gesamtbewertung von etwa sechs bis acht Milliarden Euro, könnte es der zweitgrößte Börsengang des Jahres nach Healthineers, der Medizintechniksparte von Siemens, die ebenfalls Mitte März aufs Parkett drängt, werden. Zwei große Dax-Konzerne, die sich von ihren Töchtern trennen. Ein Trend? Ja, doch mit unterschiedlichen Motiven. Während Siemens die Abspaltung von Helthineers mit dem (modifizierten) Motto: “Die Teile sind in Summe mehr wert als das Ganze” begründet, versucht die Deutsche Bank ihr bestes Pferd im Stall zu versilbern.

Die profitable Tochter
Mit einem verwalteten Vermögen von 700 Milliarden Euro ist die DWS der wichtigste Gewinnbringer der Deutschen Bank. Privatkunden, Versicherungen, Staatsfonds und Pensionskassen- sie alle vertrauen auf die Kompetenz des Fondsverwalters, der 2017 einen Vorsteuergewinn von 725 Millionen Euro erzielte und damit mehr als die Hälfte zum Konzernergebnis der Deutschen Bank von 1,3 Milliarden Euro beisteuerte. Vielleicht wäre das Resultat der DWS sogar noch besser ausgefallen, wenn die Imagekrise der Mutter nicht auf deren Tochter abgefärbt hätte. Zahllose Rechtsstreitigkeiten, finanzielle Problem und die nervenaufreibenden Umstrukturierungsmaßnahmen belasteten die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren erheblich. Anleger und Aktionäre verloren das Vertrauen in das Frankfurter Geldinstitut und die DWS gleichermaßen. Mit dem Resultat, dass das verwaltete Vermögen 2016 um 5,5 Prozent abnahm. 25 Milliarden Euro Fondsvolumen wurden von verunsicherten Anlegern abgezogen.

Der Weg in die (Schein-)selbständigkeit
Mit dem geplanten Börsengang will die Deutsche Bank das öffentliche Markenbild der DWS aufpolieren und somit den Vertrieb ihrer Produkte fördern. Der Abstand zum Mutterkonzern soll gut fürs Geschäft sein und es der DWS ermöglichen, aus eigener Kraft zu wachsen und strategische Entscheidungen, wie zum Beispiel eine Expansion ins Ausland oder Kooperationen, zu treffen. Doch so ganz will die Deutsche Bank ihren Sprössling nicht in die Freiheit entlassen: der Mutterkonzern wandelte die DWS in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien um (KGaA). Dadurch sichert sich das Geldhaus auch dann Einfluss, wenn sein Anteil sinkt. Das sorgte bei Analysten und potenziellen Investoren für Kritik, da die Umwandlung das Mitbestimmungsrecht der Aktionäre beschränkt. Auch fließen die Erlöse aus dem Börsengang in die Taschen der Deutschen Bank, die DWS selbst geht leer aus.

Unter Anbetracht der Tatsache, dass die DB eigentlich das Image ihrer Vermögensverwaltung verbessern möchte, klingen die Rahmenbedingungen der Emission erstmal nicht sehr verlockend. Wären da nicht die positiven Geschäftsaussichten der DWS selbst. Aufgrund der noch stets sehr attraktiven Rahmenbedingungen für Aktien und die steigende Anzahl von Wertpapierbesitzern, prognostizieren Bankenanalysten und das Management der DWS eine rosige Zukunft. 2018 wolle man höhere Mittelzuflüsse in die Fonds schaffen als 2017, als die DWS schon einen Rekord erreichte. Gleichzeitig ködert DWS-Chef Nicolas Moreau Aktionäre mit einer Dividende in Höhe von 65 bis 75 Prozent des Gewinns. Vermögensverwaltung und Fonds sind dank langfristig steigender Aktienkurse ein Wachstumsmarkt, auf den zu spekulieren sich lohnen könnte.

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