Die Aktie des Tages: Activision Blizzard

Donnerstag, 09.02.17 14:12
Der US-Spielehersteller Activision Blizzard, bekannt geworden durch berühmt-berüchtigte Games wie “World of Warcraft” und “Call of Duty”, präsentiert heute nach US-Börsenschluss Zahlen zum vierten Quartal 2016. Ein spannendes Thema, auch für mich als nicht besonders Gaming-affinen Zeitgenossen. Ein Blick auf meine Smartphone-Apps verrät: Ich bin ein “Daddler”, kein “Zocker”. Beim Warten auf den Bus vertreibe ich mir gerne mal die Zeit mit einer Runde “Candy Crush Saga”, lasse von Action- und Strategiespielen wie “Game of War” aber lieber die Finger.

Werbebilder zum Activison Blizzard-Titel: Overwatch
Bildquelle: Overwatch - Facebook-Seite

Activision Blizzard beglückt mittlerweile sowohl die “Zocker”, als auch die “Daddler”, doch das war ein langer Weg. Der einstige “hardcore”-PC-Game-Hersteller übernahm Ende 2015 für 5,9 Milliarden US-Dollar King Digital Entertainment, um sich den Einstieg ins lukrative Mobile-Gaming-Geschäft zu sichern.

King’s “Free to play”- Geschäftsmodell war 2015 für 95 Prozent aller Appstore-Umsätze verantwortlich und spülte Milliarden in die Kassen von Android, Apple und Entwicklern wie Activision Blizzard, wobei “free” leicht irreführend ist. Der Download der Gaming-Apps ist zwar gratis, doch für Extras muss der Spieler nach dem “Pay to Win”-Prinzip bezahlen: Er wird Level für Level dazu verführt, mittels In-App-Ankäufen Spielfortschritte, extra Leben oder besondere “Items” zu erwerben.

Neben den “hippen” Mobile-Games sind es aber vor allem die guten, alten Konsolen- und PC-Spiele, die entgegen vieler Erwartungen noch immer echte Umsatzbringer sind. Laut Angaben des Marktforschungsinstituts SuperData Research erzielte die Gaming-Industrie 2016 einen Gesamtumsatz von 91 Milliarden US-Dollar. Davon gingen zwar 41 Milliarden US-Dollar auf das Konto von Apps, aber auch die totgeglaubten PC-Spiele verdienten beachtliche 34 Milliarden US-Dollar. Allen voran der Activison Blizzard-Titel “Overwatch”, der 586 Millionen US-Dollar in die Kassen spülte.

586 Millionen US-Dollar sind für ein Spiel, das erst vor knapp einem Jahr lanciert wurde, sehr beeindruckend, doch die Einnahmen, die Activision Blizzard mit der umstrittenen Shooter-Reihe “Call of Duty” erzielt, stellen alles in den Schatten. Seit dessen Markteinführung 2003 knackte das Spiel im Jahr 2016 die Umsatzmarke von 15 Milliarden US-Dollar und dürfte damit wiederum einen starken Beitrag zum Gesamtergebnis liefern. “Call of Duty: Infinite Warfare” holte sich im vergangenen Jahr den Titel “meistverkauftes Konsolen-Spiel” und stand auch im wichtigen Vorweihnachts-Monat November an der Spitze der Game-Charts.

Ein gutes Omen für das Schlussquartal 2016? Schon möglich. Für das Gesamtjahr erwartet der Spielehersteller ein Umsatzplus von 41 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar und ist mit seinem vielfältigen Katalog bestehend aus Strategie-, Action- und Casual-Games bestens fürs nächste Level gerüstet.

Branchenkenner munkeln sogar, dass Activision Blizzard Wachstumsambitionen hat, die selbst Walt Disney nervös machen. Der Spieleproduzent ist dabei, ein wahres Medienimperium zu errichten. Neben der Produktion von Computer-, Konsolen und Handyspielen baute Activision Blizzard ein eigenes Filmstudio und rief die Abteilung “Consumer Products” ins Leben. Diese Firmensparte soll unter Leitung eines ehemaligen Walt Disney- und Mattel-Managers mit dem Verkauf von Spielwaren und Fanartikeln eine weitere Erlösquelle erschließen.

Wir Börsianer halten naturgemäß wenig vom Zocken - bei uns steht ein langfristiges Investment im Vordergrund. Passt diese Einstellung denn überhaupt zur hektischen Gaming-Welt, in der sich Activision Blizzard befindet? Aber natürlich! Der Software-Sektor, zu dem auch die Champions-Aktie zählt, ist äußerst wachstumsstark und zukunftsträchtig. Zudem kann der Konzern, dessen Grundstein bereits im Jahr 1979 gelegt wurde, eine langjährige, erfolgreiche, Kurshistorie vorweisen: Denn seit 2007 legt die Aktie an der Börse im Schnitt um 15% jährlich zu... Das ist der Stoff, aus dem Anleger-Träume gestrickt sind.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag!

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