Ökostrom-IPO: Summiq will noch 2019 an die Börse!

Freitag, 15.11.19 14:31
 
Das relativ bescheidene, deutsche IPO-Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Doch ein Börsen-Aspirant aus meiner Heimatstadt München könnte noch den Sprung aufs Parkett wagen: Ökostromproduzent Summiq. Ein genauer IPO-Termin steht zwar noch nicht fest, doch das Unternehmen veröffentlichte vergangenes Wochenende spannende Details zum geplanten Börsengang…

“Grünes” Licht für Ökostromanbieter
Summiq, eine Tochtergesellschaft der Green City AG, will 7,5 bis zehn Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung ausgegeben. Damit erhoffen sich die Münchner IPO-Erlöse in Höhe von 75 bis 100 Millionen Euro. Mit den Einnahmen will das Unternehmen weitere Schritte auf dem Weg zu einem unabhängigen, europäischen Ökostromerzeuger finanzieren und die gesamte Wertschöpfungskette vom Kauf von Energieprojekten bis zur Vermarktung der erzeugten Energie abdecken.

Dabei hat sich Summiq zum Ziel gesetzt, mit dem Zukauf moderner Onshore-Wind- und Solarparks in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich innerhalb von fünf Jahren ein Gigawatt-Portfolio von Erneuerbaren-Energien-Anlagen aufzubauen und zu betreiben. Die Summiq-Papiere sollen im Freiverkehr an der Börse München im Segment m:access, dem Marktplatz für Mittelstandsunternehmen mit Wachstums-Ambitionen, notiert werden.

Strukturwandel in der Stromerzeugung
Tatsächlich zählen erneuerbare Energien zu DEN Trend- und Zukunftsthemen. Spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 und den Klimazielen der Bundesregierung, wonach innerhalb der kommenden zehn Jahre 65 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie stammen sollen, ist Ökostrom “angesagt”.

Doch Anleger sollten bei “grünen” Investments Vorsicht walten lassen: Gerade Onshore-Wind- und Solarparks kämpfen gegen politische Windmühlen sowie Anwohner, Wald- und Natur-Schützer, die von den großen Anlagen alles andere als begeistert sind. So plant die Koalition momentan eine Regelung, wonach neue Windkraftanlagen einen Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohnhäusern einhalten müssen - eine drastische, für Anlagenbetreiber kontraproduktive Flächen-Einschränkung.

Auch weltweit sinkende Subventionen für Windkraftanbieter und geänderten Ausschreibungsverfahren sorgen für turbulente, tendenziell negative Kursentwicklungen vieler Ökostromanbieter, wie z.B. Nordex oder Vestas, wie der 3-Jahres Chartvergleich zeigt:
(31.10.2016-31.10.2019)

Den exemplarischen Branchenvertretern Nordex und Vestas gelingt es nicht, aus dem gegenwärtig äußerst positiven Sentiment rundum Nachhaltigkeit und alternative Energien, Kapital zu schlagen. Deshalb ist es mehr als fraglich, ob sich ein Börsenneuling wie Summiq im ohnehin herausfordernden Marktumfeld gegen etablierte Konkurrenten wie Nordex und Vestas behaupten kann - oder in deren Abwärtsstrudel gerät.

IPOs sind für Investoren ohnehin ein Wagnis. Aber bei Ökostrom-IPOs handelt es sich um eine möglicherweise noch riskantere Spekulation, die sich aufgrund der unvorhersehbaren Marktentwicklung allenfalls als Depotbeimischung eignet. Ihre langfristige Vermögensplanung sollte dagegen auf einem stabilen Fundament stehen, das auch mal einem Börsen-Sturm standhalten kann. Welche Champions-Aktien sich aufgrund ihrer langfristig erfolgreichen Kurshistorie und besonders geringen Rücksetzern bestens für Ihren “nachhaltigen” Vermögensaufbau eignen, erfahren Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe!

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

Miss boerse.de liest lieber Wirtschaftszeitungen als Illustrierte und kauft Amazon-Aktien statt neuer Schuhe. Unsere Autorin schreibt in ihrer Kolumne tagesaktuell über Ereignisse aus der...
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