Rheinmetall verkauft! So funktionieren langfristig erfolgreiche Trendfolgesysteme ...

Freitag, 29.08.25 17:01
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

für einen Redakteur gibt es nichts Schöneres, als wenn seine Artikel gelesen werden und zum Nachdenken anregen. Wer regelmäßig Kolumnen bzw. Kommentare verfasst, dem gelingt dies mal mehr und halt mal weniger gut. Ein Gefühl dafür vermitteln die Leser-Feedbacks. Ich persönlich freue mich auch über solche Feedbacks, die sich nicht unbedingt mit meiner eigenen Meinung decken, sofern sie konstruktiv und natürlich in einem entsprechenden Umgangston verfasst sind. Ärgerlich ist für mich nur, wenn beharrlich und unbelehrbar Positionen vertreten werden, die nachweislich einfach falsch sind. Zugegeben, solche Feedbacks sind sehr selten, aber es gibt sie halt auch immer wieder mal. Als Beispiel lassen sich hier Trendfolgesysteme anführen, die – entgegen der Meinung mancher Anleger – zumeist genau das machen, was sie auch machen sollen.

Um dieses Phänomen exemplarisch zu veranschaulichen, greife ich auf unseren digitalen Börsendienst boerse.de-Signale Aktien DACH zurück, der auf dem vollkommen automatisiert agierenden Trendfolge-Anlageroboter BOTSI (steht für „Best of Trends System Investment“) basiert. Der Dienst hat am vergangenen Freitag (also am 22. August 2025) die Aktie Rheinmetall aus dem Musterdepot zum Verkauf gestellt, woraus ein toller Gewinn von 161% resultierte und der Börsendienst damit ziemliche Aufmerksamkeit auf sich zog.

„Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen … “



Welcher Anhänger der Trendfolge kennt diese alte Börsenweisheit wohl nicht! Was aber sicherlich die Wenigsten wissen dürften, ist die Tatsache, dass diese Aussage auf den britischen Wirtschaftswissenschaftler und Nationalökonomen David Ricardo (geboren: 18. April 1772; verstorben: 11. September 1823) zurückgeht [Anmerkung: Siehe hierzu das Werk „The Great Metropolis“ von James Grant aus dem Jahr 1838, S.81-82]. Diese Börsenregel ist also im wahrsten Sinne des Wortes schon „steinalt“.

Wie diverse wissenschaftliche Studien zeigen, verhalten sich Anleger aber genau anders herum – sie realisieren viel zu früh ihre Gewinne und können sich dafür von ihren Verlustpositionen nicht trennen. Dieses Phänomen, das auch als „Dispositionseffekt“ bezeichnet wird, wurde erstmalig von den beiden Verhaltensökonomen Hersh Shefrin und Meir Statman im Jahr 1985 nachgewiesen und durch diverse Nachfolgestudien bestätigt [z.B. durch die Studie von Terrance Odean mit dem Titel „Are Investors Reluctant to Realize Their Losses?“, erschienen 1998 im Journal of Finance]. Eine Hauptursache für diesen Effekt dürfte darin liegen, dass Anleger Verluste als deutlich wichtiger wahrnehmen als entsprechende Gewinne in gleicher Höhe.

Die Lösung des Problems, die damit verbundenen Konsequenzen und die hieraus resultierende Verunsicherung mancher Trader



Bereits Shefrin und Statman haben in ihrer Publikation aus dem Jahr 1985 darauf hingewiesen, dass sich durch den Einsatz mechanischer Handelsregeln (wie z.B. Trendfolgeregeln) dem Dispositionseffekt konsequent entgegenwirken lässt. Werden nun solche Trendfolgeregeln systematisch eingesetzt, dann kann beobachtet werden, dass es zu vergleichsweise vielen Verlusttrades kommt, aber nur zu wenigen Gewinntrades. Und genau dieses Verhalten lässt insbesondere unerfahrene Trader an der Validität des Handelssystems zweifeln.

Das Entscheidende ist jedoch, dass es konsequent zum Verkauf von Titeln mit einer negativen Performance kommt, woraus zwar viele Verlust-Trades resultieren, die Verluste aber in aller Regel betragsmäßig ziemlich gering ausfallen. Und genau andersherum verhält es sich mit den Gewinn-Trades. Da die positiv performenden Aktien konsequent bis zum Ende ihres Aufwärtstrends gehalten werden, kommt es zu vergleichsweise wenigen Gewinn-Trades, die jedoch zumeist die durchschnittlichen Verlust-Trades hinsichtlich ihrer absoluten Höhe bei weitem übertreffen.

Und das ist genau der springende Punkt bei einem langfristig erfolgreichen Trendfolgesystem. Die langfristige Performance resultiert letztendlich aus vergleichsweise wenigen, aber dafür betragsmäßig hohen Gewinn-Trades! Es besteht also kein Grund für einen Trendfolge-Trader bei einer Serie von Verlust-Trades nervös zu werden, vorausgesetzt die Verluste sind betragsmäßig überschaubar, was in der Regel auch der Fall sein sollte.

Praktische Veranschaulichung anhand des Börsendienstes boerse.de-Signale Aktien DACH



Bei den boerse.de-Signale Aktien DACH wird auf Basis wissenschaftlich fundierter Trend- bzw. Momentum-Indikatoren in einem wöchentlichen Turnus in die bis zu zehn trendstärksten Aktien investiert, die aus einem großen Universum der DACH-Region (aktuell 340 Titel) ausgewählt werden. Das hieraus resultierende Musterdepot lässt sich einfach und unkompliziert durch reale Käufe und Verkäufe nachbilden. Die Rendite dieses Börsendienstes liegt seit Jahresanfang per 27. August 2025 mit 75% deutlich über jener des deutschen Aktienindex Dax.

Ein zentraler Vorteil der BOTSI-basierten digitalen Börsendienste liegt in ihrer Transparenz. So ist für den Benutzer nicht nur das aktuelle Portfolio sichtbar, sondern insbesondere auch alle bis in das Jahr 2000 zurückreichenden abgeschlossenen Trades der Rückrechnung. In der nachfolgenden Tabelle – einem 1:1-Auszug aus den abgeschlossenen Trades der boerse.de-Signale Aktien DACH – sind die jüngsten sechs Transaktionen dargestellt:



In der ersten Zeile ist der oben beschriebene Gewinn-Trade mit der Rheinmetall-Aktie aufgeführt. Der Börsendienst hat den Titel am 22. November 2024 bei einem Kurs von 618 Euro zur Aufnahme ins Musterdepot empfohlen und am 22. August 2025 bei einem Kurs von 1619 Euro zum Verkauf gestellt, woraus eine sensationelle Rendite von 161% resultierte.

Betrachten wir jedoch die vorangehenden fünf abgeschlossenen Transaktionen, dann zeigt sich dort ein ganz anderes Bild. Dort ist nicht ein wirklich lukrativer Gewinn-Trade enthalten! ThyssenKrupp wurde mit -4% verkauft, CeoTronics mit -14%, Commerzbank mit +1% und die BIKE24 Holding mit -5%. Und auch so (unschöne) Trades wie mit Artnet gehören zu einem rein mechanisch agierenden Handelssystem. Dieser Titel wurde am 30. Mai 2025 zum Kauf empfohlen und bereits nach einer Woche zum gleichen Kurs wieder zum Verkauf gestellt, woraus natürlich eine Rendite von 0% resultierte.

Werden nun unerfahrene Trader mit den vorangehend geschilderten fünf Trades konfrontiert, so kann es bei ihnen durchaus zu Zweifeln am trend-basierten Handelssystem kommen, auch wenn diese völlig unbegründet sind, weil das System absolut strategiekonform agiert.

Und welche Trades mit einem „High-Performance“-Potenzial gibt es sonst noch?



Klar, solche Trades wie mit Rheinmetall wünscht sich jeder. Dabei drängt sich natürlich die Frage auf, ob sich denn aktuell noch weitere Positionen im Musterdepot der boerse.de-Signale Aktien DACH befinden, die ein ähnliches Gewinnpotenzial aufweisen wie Rheinmetall. Und die Frage ist ganz klar mit „ja“ zu beantworten. So weisen die Top-Drei-Positionen im aktuellen Musterdepot per 27. August 2025 Renditen von 285%, 258% und 186% auf [Anmerkung: Hierbei handelt es sich um keine Aktien aus dem Verteidigungssektor].

Bei Interesse am Namen dieser drei Titel sowie an allen sonstigen aktuellen Werten im Musterdepot kann ich Ihnen empfehlen, das kostenlose und völlig unverbindliche Gratis-Login zu nutzen: Unter diesem LINK können Sie das White Paper „Trendfolge-Tradings für Zusatzgewinne: Einfach, transparent und regelgebunden an Trends partizipieren“ anfordern, das die genaue Funktionsweise der BOTSI-Anlagestrategie anhand der boerse.de-Signale Aktien USA beschreibt, die jedoch absolut identisch ist mit jener der boerse.de-Signale Aktien DACH. Zusammen mit der White-Paper-Anforderung werden Sie – natürlich ebenfalls kostenlos und unverbindlich – für den Börsendienst boerse.de-Signale Aktien DACH freigeschaltet, wobei Sie alternativ auch einen anderen Dienst nach Ihrer Präferenz wählen können.

Und auch das sollte jeder Trader verstanden bzw. verinnerlicht haben …



Sie sollten jedoch stets bedenken, dass sich alle kurzfristig ausgerichteten Trading-Aktivitäten – und hierzu gehören auch die BOTSI-basierten Börsendienste – allenfalls als überschaubare Beimischung zu einem gut diversifizierten Basisdepot an Qualitäts- bzw. Champions-Aktien anbieten. Wir sprechen hierbei also allenfalls von einer Portfolioergänzung, aber keinesfalls von einem Ersatz.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie Ihren Trading-Aktivitäten (sofern Sie solche ausüben) gelassen und in aller Ruhe nachgehen, ohne sich groß nervlich stressen zu lassen. Grundvoraussetzung ist meines Erachtens hierfür, dass Sie Ihre verwendeten regelgebundenen Handelssysteme – sofern Sie denn solche einsetzen – von Grund auf verstehen und sich nicht bei jedem einzelnen Verlust-Trade verrückt machen lassen.

Auf bald,

Ihr Hubert Dichtl



Seit dem Jahr 2021 ist Prof. Dr. Dichtl fachlicher Leiter des boerse.de Instituts, dem „Thinktank“ innerhalb der TM Unternehmensgruppe.


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