Saudi Aramco: Was Sie über den möglicherweise größten Börsengang der Geschichte wissen sollten!

Freitag, 20.09.19 15:43
 
Spätestens seit dem Drohnenangriff auf zwei Ölförderanlagen vergangenes Wochenende ist Saudi Aramco der breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch eigentlich möchte das Unternehmen mit einem anderen Thema für Schlagzeilen sorgen: Aramco plant noch im November dieses Jahres den Börsengang. Dabei handelt es sich nicht um “irgendeinen” IPO, sondern um den des wertvollsten und profitabelsten Konzerns der Welt. Die saudi-arabische Erdölfördergesellschaft wird mit einem Wert von zwei Billionen US-Dollar beziffert - etwa doppelt so viel, wie Apple. Allein im Jahr 2018 erwirtschaftete Saudi Aramco einen Gewinn von 111 Milliarden US-Dollar, was ungefähr der Summe der Erlöse von Apple, Google und Exxon Mobile entspricht. Wenn der mehrmals verschobene Börsengang nun tatsächlich Wirklichkeit wird, so könnte dies der größte IPO der Geschichte werden und die Einnahmen des bisherigen Rekordhalters Alibaba laut Kronprinz Bin Salman um mindestens das vierfache überbieten. Wenn...

Saudi Aramco-IPO noch im November?
Aramco-Chefs Amin Nasser’s Timing hätte nämlich schlechter nicht sein können: Wenige Tage vor den Drohnenangriffen verkündete er im Rahmen eines Energiekongresses in Abu Dhabi, dass sein Konzern nun für den lange erwarteten Börsengang bereit sei. Man wolle Aktien im ersten Schritt an der saudi-arabischen Börse, im zweiten an einem ausländischen Finanzplatz notieren. Ob Saudi Aramco trotz der Anschläge nun wie geplant an die Börse geht, den Ausgabepreis für Anteile verringert und / oder den IPO nochmal auf Eis legt, ist derzeit nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass Saudi Aramco erstmal eine Stange Geld in die Hand nehmen muss, um die entstandenen Schäden schnellstmöglich zu reparieren und das Vertrauen der Investoren in die plötzlich so verwundbare Ölindustrie wieder herzustellen.

Weltwirtschaft am Öltropf
Der Anschlag vor knapp einer Woche traf die (Öl-)Wirtschaft mitten ins Herz. Mehrere Explosionen hatten Anlagen von Aramco teils schwer demoliert. Die Ölproduktion war temporär um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Tagesvolumens zurückgegangen. Ein Defizit, das rund fünf Prozent der Weltölproduktion entspricht. Aufgrund der möglicherweise drohenden Verknappung stieg der Ölpreis vergangenen Montag um bis zu 20 Prozent, normalisierte sich aber im Verlauf der Handelswoche wieder zusehends. Analysten zufolge hat die unterm Strich entspannte Marktreaktion mehrere Gründe: Zum einen erwartet man, dass Aramco die Schäden relativ zeitnah reparieren und die Ölförderung wieder aufs alte Niveau zurückbringen wird. Zum anderen verfügen die meisten Industrienationen über ausreichend Reserven, um notfalls auch eine längere Öl-Durststrecke ohne tief greifende Konsequenzen für die Weltwirtschaft durchzustehen.

Zugegeben: Saudi Aramco ist allein schon aufgrund seiner Größe ein spannender Börsengang. Interessierte Anleger sollten aber dennoch im Hinterkopf behalten, dass die angespannte, politische Lage im Nahen Osten, deren künftige Entwicklung niemand vorhersehen kann, einen bleibenden Risikofaktor darstellt. Wenn Saudi Aramco tatsächlich den Sprung aufs Börsenparkett wagt, dann sollten Investoren allenfalls einen Teil ihres “Spielgeldes” in das spekulative, orientalische Abenteuer investieren. Jedoch ohne das langfristige Anlagevermögen “anzuzapfen”.

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