Veggie-Aktien: Börsenhype oder gesunde Depot-Beimischung?

Donnerstag, 18.11.21 17:37
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vegane Gummibärchen, Hautcreme, Hamburger oder Bratwürste: Schätzungsweise gibt es kaum noch Lebensmittel und Konsumgüter, die nicht auch als vegane Variante erhältlich sind. Dabei ist der Verzicht auf tierische Inhaltsstoffe längst keine Randerscheinung mehr. So wollen einer Studie zufolge 40 Prozent der Befragten in Deutschland weniger Fleisch essen. Teils aus moralischen oder gesundheitlichen, teils aus Gründen des Klimaschutzes. Auch in Supermärkten und Restaurants wächst das vegane Angebot an Sojaschnitzeln, Hafermilch & Co. stetig, und sogar an der Börse „sprießen” vegane IPOs wie Pilze aus dem Boden. Doch wie „nachhaltig” ist der Veggie-Anlagetrend aus Investorensicht?

•    Veganz

Beginnen wir mit dem Neuzugang auf dem Börsenparkett: Veganz. Das 2011 in Berlin gegründete Unternehmen versuchte zuerst, als vegane Supermarktkette Fuß zu fassen. Als dies misslang, meldete Veganz 2017 Insolvenz an und wagte anschließend den Neustart als Multi-Sortiment-Anbieter für Supermärkte.

Mittlerweile führt Veganz ein umfangreiches, veganes Sortiment bestehend aus Süßwaren, Snacks, Fleisch-, Fisch- und Käsealternativen bis hin zur Pizza. Die Produkte der Berliner sind in über 22.000 Verkaufsstellen in mehr als der Hälfte der EU-Länder erhältlich. Im vergangenen Jahr belief sich der Umsatz von Veganz immerhin auf stolze 27 Millionen Euro. Allerdings fuhr das Unternehmen gleichzeitig einen Verlust von fünf Millionen Euro ein. Nach einem schwachen Börsenstart Anfang November 2021 notiert die Veganz-Aktie aktuell rund zwölf Prozent im Plus.

•    Beyond Meat

Der US-Fleischersatz-Hersteller machte sich einen Namen mit veganen Burger-Patties und Hähnchenteilen, die u.a. von McDonald’s und KFC verwendet werden. Nach dem Börsengang 2019 folgte ein rasantes Wachstum, das jedoch in den vergangenen Monaten ins Stocken geriet. Auch die aktuellen Beyond-Meat-Quartalszahlen bereiteten Investoren Magenbeschwerden: In den drei Monaten bis Ende September verbuchte das Unternehmen im Jahresvergleich ein Umsatzplus von „nur” 13 Prozent auf 106,4 Millionen Dollar. Unterm Strich fiel ein Verlust von 54,8 Millionen Dollar an. Zudem gab Beyond Meat einen überraschend verhaltenen Ausblick auf das Schlussquartal und warnte vor möglichen Absatzschwierigkeiten. Unter anderem aufgrund der zunehmenden Konkurrenz auf dem Veggie-Markt.

Anleger der ersten Stunde erzielten von 2019 bis dato rund 30% Rendite mit der Beyond-Meat-Aktie. Investoren, die erst vor einem Jahr auf den Veggie-Zug aufgesprungen sind, machten mit Beyond Meat allerdings über 30% Verlust.

Aktuelle Negativ-Beispiele wie Veganz oder Beyond Meat sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Veganismus ein Mega-Trend mit viel Potenzial ist. Eine Studie geht davon aus, dass der Markt für alternative Proteine bis 2035 auf 290 Milliarden Dollar weltweit wächst. In den nächsten zehn bis 15 Jahren könnte demnach jede zehnte Protein-Portion – vom Burgerfleisch über Joghurt bis hin zur Pizza – durch pflanzliche Eiweiße ersetzt werden.

Ein traditionsreiches Unternehmen, das davon in jedem Fall profitieren dürfte, ist Champions-Favorit Nestlé. Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller bietet schon jetzt ein attraktives, veganes Sortiment für Privatkunden („Garden Gourmet”) und Profiköche. Darunter Alternativen zu Milchprodukten, Wurst, Käse, Süßwaren und seit Neuestem sogar Shrimps und Ei-Ersatz.

Dehalb: Investieren Sie nicht in vage Veggie-Abenteuer, sondern in Aktien mit langfristig hoher Anlagequalität wie Nestlé – einem Champions-Favoriten, der sowohl im boerse.de-Aktienfonds als auch boerse.de-Weltfonds gelistet ist.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre
Miss boerse.de

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