Eine Average Rate Option (auch als Durchschnittsoptionsschein bezeichnet) ist ein Finanzderivat, dessen Auszahlung sich nach dem Durchschnittspreis des zugrunde liegenden Basiswertes über einen definierten Beobachtungszeitraum richtet. Anders als bei klassischen Optionen, bei denen der Auszahlungsbetrag allein vom Preis zum Fälligkeitstag abhängt, wird bei einer Average Rate Option der Durchschnittspreis über eine oder mehrere festgelegte Zeitpunkte berechnet. Dadurch wird die Volatilität reduziert und das Risiko von kurzfristigen Preisspitzen oder -einbrüchen verringert.
Average Rate Options sind in der Regel als Call- oder Put-Optionen strukturiert. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Optionen liegt in der Berechnungsgrundlage: Anstelle des Preises an einem bestimmten Tag wird der arithmetische Durchschnitt der beobachteten Preise des Basiswertes verwendet. Dieser Durchschnittspreis wird dann mit dem Ausübungspreis (Strike-Preis) verglichen, um die Auszahlung zu bestimmen.
Formelhaft lässt sich die Auszahlung einer Call-Average Rate Option folgendermaßen ausdrücken:
Auszahlung = Max(0, Durchschnittspreis des Basiswertes – Ausübungspreis)
Für Put-Optionen gilt analog:
Auszahlung = Max(0, Ausübungspreis – Durchschnittspreis des Basiswertes)
Average Rate Options werden häufig bei volatilen Basiswerten eingesetzt, um das Risiko von extremen Kursausschlägen zu reduzieren. Typische Basiswerte sind Währungen, Rohstoffe, Aktien oder Aktienindizes. Ein Beispiel aus dem Aktienbereich könnte eine Average Rate Option auf die Siemens-Aktie sein: Die Option läuft über drei Monate, währenddessen wird der tägliche Schlusskurs der Aktie aufgezeichnet. Am Ende der Laufzeit wird der Durchschnittspreis berechnet und die Auszahlung erfolgt abhängig vom Verhältnis zum Ausübungspreis.
Im Rohstoffbereich werden Average Rate Options häufig eingesetzt, um Preisrisiken bei schwankenden Rohstoffmärkten abzusichern. Beispielsweise kann ein Energieunternehmen eine Average Rate Option auf Öl kaufen, um einen stabilen Durchschnittspreis über mehrere Monate zu sichern.
Die wichtigsten Vorteile sind:
Trotz der Risikominimierung bergen Average Rate Options auch spezielle Risiken. Durch den Durchschnittseffekt können kurzfristige Kursspitzen nicht für maximale Gewinne genutzt werden. Zudem sind die Bewertungsmodelle komplexer als bei Standardoptionen, da sie stochastische Prozesse für den Durchschnittspreis berücksichtigen müssen. Anleger sollten daher über fundierte Kenntnisse im Optionshandel und der Preisbewertung verfügen.
Eine Average Rate Option ist ein Derivat, bei dem die Auszahlung auf dem Durchschnittspreis des Basiswertes über einen definierten Zeitraum basiert. Sie bietet Vorteile wie reduzierte Volatilität und bessere Planbarkeit, eignet sich aber weniger für spekulative Strategien, die von kurzfristigen Preisschwankungen profitieren wollen. Anleger sollten sowohl die Funktionsweise als auch die spezifischen Risiken genau kennen, um Average Rate Options gezielt in ihre Handels- oder Absicherungsstrategie zu integrieren.
Siehe Asiatische Option