Anstoß am Montag: die SpVgg Unterhaching geht an die Börse!

Freitag, 12.07.19 10:55
Bildquelle: SpVgg Unterhaching
 
Fußballbegeisterte Aktionäre aufgepasst: Drittligist SpVgg Unterhaching wagt den Sprung an die Börse. Ab Montag sollen 950.000 Aktien zum Preis von 8,10 Euro angeboten werden. Nach einem erfolgreichen Börsendebüt wäre die Vereinskasse um rund 7,7 Millionen Euro reicher. Mit dem geplanten IPO folgt Unterhaching dem Vorbild von Borussia Dortmund, die bereits seit knapp 20 Jahren auf dem Börsenparkett spielen. Allerdings mit äußerst wechselhaften Resultaten: von derben Kurs-Verlusten nach Niederlagen bis hin zu Kurs-Explosionen im Zuge spannender Spieler-Transfers, war für Aktionäre alles geboten. Unterm Strich erzielte die volatile BVB-Aktie aber eine sehr respektable 10-Jahres-Performance von +935 Prozent.
Für Investoren, Fans und Liebhaber des Volkssports stellt sich nun die Frage: hat die Aktie des Drittligisten Unterhaching ein ähnlich großes Aufstiegspotenzial?

Aus der Not geboren
Den Lesern, die mit dem kleinen, Münchner Vorort-Verein nicht vertraut sind, sei vorab gesagt: bei der 1925 gegründeten Spielvereinigung handelt es sich um einen Fußballclub mit einer langen, aber nicht unbedingt erfolgreichen Historie. Nach einem Blitz-Auftritt in der Bundesliga in den Jahren 1999 bis 2001 stieg Unterhaching in die Regionalliga ab. Seit der Saison 2017/18 ist die nur rund 1000 Mitglieder zählende Spielvereinigung wieder drittklassig. Eine Reihe von Misserfolgen, die auch finanzielle Spuren hinterließ: 2010 stand die SpVgg bereits kurz vor der Insolvenz, nachdem deren dubioser Geldgeber Franco Levis vertraglich zugesicherte Beträge nicht ausgezahlt hatte. 2011 endete dann auch noch der Sponsorenvertrag mit der Generali Versicherung, die jährlich etwa eine Million Euro beigesteuert hatte. Seither ist die finanzielle Lage des Vereins angespannt. Ein vergleichbar großer Sponsor konnte bislang nicht gefunden werden.

Deshalb versucht Unterhaching jetzt sein Glück bei privaten Geldgebern: mit einem erfolgreichen Börsengang will der Verein nun endlich schuldenfrei werden, in das Nachwuchsleistungszentrum und Stadion investieren, sowie mit dem weiterentwickelten Profi-Kader spätestens bis zur Saison 2021/22 in die zweite Liga aufsteigen.

Die große Fußballwette
Dort winkt - so hofft man - das große Geld aus TV-Einnahmen und Ticketerlösen. "In der dritten Liga machst du jedes Jahr ein operatives Minus von 2,5 Millionen Euro, das ist nicht zu vermeiden, erst recht nicht, wenn du ein Nachwuchsleistungszentrum unterhältst", sagte Präsident Manfred Schwabl in einem Interview. Doch der Sprung in die zweite Liga ist keineswegs gesichert. Zwar rühmt sich Trainer Schromm mit “sechs Neuzugängen”, die das Team “in der Breite und in der Spitze verstärken”. Doch die Prognose, ob dem SpVgg tatsächlich der Aufstieg gelingen wird, gleicht einer Sportwette. Wenns klappt, gewinnt auch die Aktie. Wenn nicht, verlieren alle.

Fußball-Fans, die mit einem Investment in den SpVgg liebäugeln, sollten sich deshalb immer vor Augen halten, dass Vereine im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen prinzipiell nicht darauf ausgelegt sind, Gewinne zu erwirtschaften. Etwaige Überschüsse werden nämlich stets in den Kader-Ausbau - sprich: teure Transfers - reinvestiert. Deshalb: Sehen Sie Fußball-Aktien als “Kick” fürs Depot, aber setzten Sie für Ihre langfristige Vermögensplanung auf Champions-Aktien! Erfolgreiche “Dauerläufer” wie beispielsweise Nike oder Adidas, die seit mindestens zehn Jahren in der besten Börsenliga spielen. Der Gesamtkader der 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions präsentieren wir Ihnen in Ihrer Aktienbrief-Gratisausgabe!

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