Dogecoin: Warum die Bitcoin-Parodie längst keine Spaßwährung mehr ist

Freitag, 30.04.21 16:28
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

der Kryptowährungs-Boom nimmt immer bizarrere Ausmaße an. Daran, dass ein Bitcoin aktuell etwa soviel kostet wie ein Mittelklassewagen, haben wir uns fast schon gewöhnt. Doch die Tatsache, dass eine ursprünglich als Bitcoin-Parodie erdachte Spaßwährung namens Dogecoin in der Spitze eine Marktkapitalisierung von 50 Milliarden Dollar erzielte, ist kaum nachvollziehbar. Daran gemessen ist Dogecoin die fünftgrößte Kryptowährung weltweit. Nach einem massiven Kursrutsch liegt die Dogecoin-Marketcap aktuell zwar „nur noch” bei etwa 34 Milliarden Dollar, doch die unglaubliche Wertsteigerung von +5400% seit Jahresanfang könnte weitere Spekulanten auf den Plan rufen, die erhebliche Risiken in Kauf nehmen. Damit aus einer Spaß-Investition kein bitter-ernster Totalverlust wird, „lohnt” sich eine genauere Betrachtung des Dogecoin:

Spekulationshype Dogecoin

Die virtuelle Münze wurde von zwei IBM- und Adobe-Programmierern erdacht und am 8. Dezember 2013 als Parodie auf den Bitcoin veröffentlicht. Angetrieben durch die Bewerbung und Erwähnung in diversen Socialmedia-Kanälen explodierte der Kurs der Münze mit dem Shiba-Inu-Hundekopf-Logo von ursprünglich 0,05 Dollar auf 0,41 Dollar am 16. April 2021.

Technisch basiert Dogecoin ebenso wie Litecoin auf einem sogenannten Proof-of-Work-Algorithmus. Allerdings beträgt die Dauer zum Erstellen eines „Blocks” von 10.000 neuen Münzen lediglich eine Minute (Litecoin: 2,5 Minuten). Der größte Unterschied im Vergleich zu anderen Kryptowährungen ist jedoch die immense Anzahl Dogecoins, die generiert werden können. Am 2. Februar 2014 veröffentlichte Dogecoin-Gründer Jackson Palmer die Entscheidung zur Aufhebung des Limits, weshalb Dogecoin keiner Mengenbeschränkung unterliegt und deshalb einen klar inflationären Charakter aufweist. Der Erfolg der Spaßwährung basiert deshalb nicht auf deren Verknappung oder besonderem Nutzwert, sondern lediglich auf einem Community-Hype.

Viel Hype um heiße Luft

So rühren beispielsweise Fans wie Elon Musk, Rapper Snoop Dogg und andere Influencer kräftig die Werbetrommel für den Dogecoin, dessen Fangemeinde am 20. April sogar den selbst kreierten „Doge Day“-Feiertag zelebrierte. Doch was passiert, wenn die prominenten Fürsprecher ein anderes „Trend-Thema” entdecken und der Dogecoin von einem Tag auf den anderen „out” ist? Vermutlich ein massiver Kurseinbruch. Denn circa 70% aller Dogecoins befinden sich in den Händen weniger Großinvestoren. Damit steigt zum einen die Volatilität der ohnehin schon schwankungsanfälligen Cyberwährung, zum anderen nimmt die Gefahr eines immensen Abverkaufs im Falle eines Kursrückgangs zu.

Klar: Investieren kann auch unterhaltsam sein. Anleger sollten jedoch zwischen substanzlosen Spekulationen wie dem Dogecoin und langfristig sinnvollen Geldanlagen unterscheiden können. Wie Sie an der Börse Spaß haben und gleichzeitig erfolgreich in Aktien (= Sachwerte) investieren, ohne Ihr Vermögen zu „verzocken”, erfahren Sie im „Leitfaden für Ihr Vermögen”, den wir aufgrund der großen Nachfrage bereits in der 35. Auflage publizieren – für Sie natürlich kostenlos und unverbindlich.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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