Marktübersicht

Peloton: Vom Corona-Gewinner zum Ladenhüter?

Montag, 08.11.21 10:56

Peloton-Investoren dürften beim Blick in ihr Depot heute ins Schwitzen kommen: Die Aktie des Fitnessgeräte-Herstellers verlor vergangenen Freitag nachbörslich rund 30 % an Wert. Seit Januar stehen sogar -60 % auf der Kurstafel. Aber was sind die Gründe dafür, dass der einstige “Corona-Gewinner” plötzlich auf der Verkaufsliste steht?

 

Peloton im Formtief

 

Werfen wir zunächst einen Blick auf das Geschäftsmodell des 2012 gegründeten Unternehmens. Damals hatten die fünf Gründer über die Finanzierungsplattform Kickstarter mehr als 300.000 Dollar für ihr Start-up eingesammelt und tüftelten am “iPhone-Moment für die Fitnessindustrie”. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Hometrainern bot bereits das erste Spinningrad des Unternehmens ein interaktives Trainingserlebnis. User konnten über einen Touchscreen-Monitor täglich neue Kurse auswählen und sich auf diese Weise das Fitnessstudio-Flair nach Hause holen. Neben Spinning-Bikes erschien 2018 ein weiteres Produkt auf dem Markt: das Peloton Laufband “Tread”.

 

Während der Corona-Lockdowns und den damit einhergehenden Fitness-Studio-Schließungen lagen die Peloton-Geräte für interaktive Home-Workouts voll im Trend. Gutbetuchte Sportler waren bereit, 2145 Euro für das günstigste Indoor-Rad und 2690 Euro für das „Peloton +“ zu zahlen. Letzteres ist kompatibel mit der Apple Watch, hat einen größeren und drehbaren Touchscreen und ein besseres Soundsystem. Dazu kommen noch 39 Euro monatliche Abo-Gebühr, um die angebotenen Live- oder On-Demand-Kurse nutzen zu können.

 

Peloton: Enttäuschende Quartalszahlen

 

Doch die Aufhebung vieler Corona-Beschränkungen rund um den Globus beeinträchtigt das Geschäft des US-Fitnessgeräte-Spezialisten. Zwar stieg der Umsatz im Ende September abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 805,2 Millionen Dollar. Unterm Strich machte Peloton jedoch einen Verlust von 376 Millionen Dollar nach 69,3 Millionen Dollar Gewinn im Vorjahreszeitraum. Peloton erklärte den Rückgang unter anderem mit Apples neuen Privacy-Richtlinien, die die Gewinnung neuer Abonnenten erschweren würden. Doch ausgerechnet den Abo-Erlösen, die sich mit 304 Millionen Dollar fast verdoppelt hatten, verdankte Peloton das Umsatzplus. Das reine Fitnessgeräte-Geschäft schrumpfte dagegen um 17% auf 501 Millionen Dollar.

 

Für weitere Irritationen sorgte vergangene Woche auch die korrigierte Prognose. Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres Mitte 2022 rechnet das Unternehmen nun mit 3,35 bis 3,45 Millionen Abo-Kunden statt wie bisher mit 3,63 Millionen. Die Erlöse sollen zwischen 4,4 Milliarden und 4,8 Milliarden Dollar betragen. Noch vor drei Monaten war Peloton von 5,4 Milliarden Dollar ausgegangen.

 

Dazu kommt, dass Peloton immer mehr Konkurrenz bekommt. Unternehmen wie Technobike, AsVIVA oder Sportstech punkten mit teils deutlich günstigeren Alternativen. Diese ebenfalls interaktiven Indoorbikes sind entweder mit der Peloton-App oder Anwendungen von Zwift, Kinomap oder Ride-Social (kostenlos!) kompatibel.

 

Sogar wenn ein weiterer Corona-Winter droht, sollten Investoren bei Peloton aus den genannten Gründen Vorsicht walten lassen - und stattdessen in langfristig erfolgreiche Champions wie Apple, Nike oder Adidas investieren, die “nachhaltig” vom Fitness-Boom profitieren. Welche insgesamt 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions Dauerläufer-Qualitäten aufweisen, erfahren Sie in zwei boerse.de-Aktienbrief-PDFs, die Sie hier kostenlos und unverbindlich anfordern können.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

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