der Marktplatz galt früher als wirtschaftliches Herz einer jeden Ansiedlung, vom kleinen Dorf bis hin zu größeren Städten. Wer dort seine Waren verkaufen wollte, musste jedoch für die Nutzung des Standplatzes bezahlen. Dieses zeitlose Prinzip hat sich vom mittelalterlichen Basar bis heute erhalten, schließlich werden auch jetzt noch regelmäßig Obst, Gemüse oder auch Kleidung unter freiem Himmel angeboten.
Das große Geld wird allerdings woanders gemacht, denn heute ermöglichen virtuelle Marktplätze einen Handel ohne Grenzen. Wer sich hier als Platzhirsch durchsetzt, profitiert von Netzwerkeffekten, die sich selbst weiter verstärken. Je mehr Käufer eine Plattform anzieht, desto attraktiver wird sie für Verkäufer – und umgekehrt. So entstehen Monopole, die kaum noch angreifbar sind. An erster Stelle ist hier natürlich der folgende Champion zu nennen:
Amazon – digitaler Marktplatz der Superlative
Vor 30 Jahren gründete Jeff Bezos
Amazon als Internetbuchhandlung in seiner Garage. Daraus wurde ein E-Commerce-Gigant mit 424 Milliarden Dollar Erlös allein aus dem Handelsgeschäft (2024). Zum Vergleich – Sears gehörte zum Gründungszeitpunkt von Amazon mit einem Jahresumsatz von rund 50 Milliarden Dollar und mehreren tausend Geschäften zu den größten Händlern der Welt. Heute ist das Unternehmen mit acht Filialen nur noch eine Fußnote der Wirtschaftsgeschichte. Der entscheidende Unterschied bzw. das Erfolgsrezept von Amazon:
Der Champion stellt einen Marktplatz, über den Millionen Anbieter und Kunden zusammenfinden und verdient an jeder Transaktion mit. Amazon lässt sich zudem die Sichtbarkeit von Händlern auf der Plattform gut bezahlen. Teure Filialen braucht es dabei nicht, der Kunde ist stets nur einen Klick weit entfernt. Vielleicht ist Ihnen jedoch aufgefallen, dass wir das Unternehmen als Technologie-Champion führen:
Amazon hat den Profit aus dem Handelsgeschäft genutzt, um sich neue lukrative Geschäftsfelder zu erschließen. Der Konzern betreibt zum Beispiel auch einen der weltweit größten Cloud-Computing-Dienste. Unternehmen jeder Größe mieten hier Rechenleistung, Speicherplatz und Softwarelösungen. Tatsächlich wird in diesem Geschäftsbereich ein erheblicher Teil der Gewinne erwirtschaftet, denn das Cloud-Geschäft ist lukrativer. Das hat sich auch im Kurs bemerkbar gemacht, in der vergangenen Dekade legte die Aktie im Durchschnitt um 22% p.a. zu.
Visa und Mastercard – kassieren im Hintergrund immer mit
Wo gehandelt wird, muss auch gezahlt werden – hier sind
Visa und
Mastercard groß im Geschäft. Die Finanz-Champions ermöglichen Transaktionen zwischen Banken, Händlern und Endkunden und erhalten dafür Gebühren. Visa und Mastercard stellen dabei nur die Infrastruktur, ohne ein eigenes Kreditrisiko zu tragen. Diese Rolle als „Mautstelle“ sorgt für stabile Einnahmen. Mit der zunehmenden Digitalisierung des Handels und der Abkehr vom Bargeld wächst zudem die Zahl der elektronischen Zahlungen, wovon beide Unternehmen profitieren.
Die Netzwerke von Visa und Mastercard sind praktisch nicht nachbaubar. Selbst neue Bezahlmethoden wie Apple Pay oder Google Pay können sie nicht verdrängen, denn auch diese Dienste greifen im Hintergrund auf die bestehenden Infrastrukturen zurück. Das sichert den beiden Champions eine unverzichtbare Rolle im globalen Zahlungsverkehr. Der Erfolg spiegelt sich auch an der Börse wider: Im Mittel verteuerten sich die Anteilsscheine von Visa in den vergangenen zehn Jahren um 16% p.a., der Wert der Aktien von Mastercard steigerte sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 19% per annum.
Deutsche Börse – Marktplatz für Wertpapiere
Die
Deutsche Börse ist ebenfalls ein Unternehmen, das selbst nichts produziert, sondern die Infrastruktur bereitstellt. Mit Plattformen wie Xetra, Eurex und Clearstream ist die Deutsche Börse ein tragender Pfeiler des europäischen Finanzsystems – und verdient an jedem Geschäft mit.
Der Champion deckt mit seinem Produkt- und Dienstleistungsportfolio die gesamte Wertschöpfungskette des Kapitalmarkts ab. Etwas bildlicher: Es werden also nicht nur die „Standplätze“ für Käufer und Verkäufer zur Verfügung gestellt, sondern die Deutsche Börse sorgt auch für die sichere Abwicklung der Geschäfte und die Verwahrung der gehandelten „Waren“, in diesem Fall eben Wertpapiere. Dieses Geschäft betreibt die Deutsche Börse sehr erfolgreich, was sich auch in der Kursentwicklung niederschlägt. Durchschnittlich verzeichneten Anleger in den vergangenen zehn Jahren ein Plus von 13% per annum.
Handeln lohnt sich – auch für Anleger
Sie sehen: Virtuelle Marktplätze können eine enorme Marktmacht entfalten. Denn sobald sich ein Anbieter als Platzhirsch etabliert hat, entsteht ein nahezu unüberwindbarer Wettbewerbsvorteil. Millionen von Menschen sind dauerhaft in diese Systeme eingebunden, was das Geschäftsmodell nicht nur hochprofitabel, sondern auch ausgesprochen krisenresistent macht.
Übrigens: Alle vorgenannten Unternehmen sind Bestandteil des
boerse.de-Aktienfonds, der transparent, regelbasiert und innovativ in 40 Champions investiert. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen mit einzigartiger Marktstellung – so wie es bei Amazon, Visa, Mastercard und der Deutschen Börse der Fall ist.
Mit bester Empfehlung
Georg Kling
boerse.de Vermögensverwaltung GmbH
PS: Der Begriff der „Börse“ als Treffpunkt von Händlern stammt übrigens aus dem 15. Jahrhundert. Seinerzeit fanden im Haus der Brügger Patrizierfamilie Van der Beurse regelmäßige Treffen von Kaufleuten statt, wovon die veranstaltende Familie sicherlich auch gut profitiert haben dürfte. Besuchen Sie doch gern einmal unser
Börsenmuseum in Rosenheim, dort können Sie mehr zur Geschichte des Wertpapierhandels erfahren! Ans Herz legen kann ich Ihnen auch die Lektüre von unserem „
Leitfaden für Ihr Vermögen“, den Sie hier kostenlos anfordern können.