Wirecard: Übernahmekandidat mit bis zu 50 Prozent Kursaufschlag?

Mittwoch, 02.01.19 10:54

Fällt die Dax-Perle und boerse.de-Aktienbrief-Champion Wirecard bald in die Hände eines ausländischen Investors? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund um den Jahreswechsel Marktbeobachter und Investoren, die - im Fall des Falles - auf Kursgewinne von 30, 40 oder gar 50 Prozent spekulieren. Die Wirecard-Aktie verteidigte aufgrund der brodelnden Gerüchteküche auch am letzten Handelstag die Dax-Poleposition und ist mit einer Jahres-Gesamtperformance von +42 Prozent einsamer Spitzenreiter im Deutschen Leitindex. Und wenn es nach Ex-Aufsichtsratschef Klaus Rehnig geht, könnte Wirecard seine Gewinnserie 2019 noch fortsetzen.

 

Wirecard-Übernahme: Reine Spekulation?

 

Der Wirecard-Investor der ersten Stunde gilt als vertrauenswürdiger Insider. In einem Interview mit dem Handelsblatt antwortete der 73-Jährige auf die Frage, unter welchen Voraussetzungen er seine Wirecard-Aktien verkaufen würde: “Erst bei einem Kaufangebot eines Investors. Ich rechne damit, dass bald ein internationaler Konzern kommen wird und Wirecard kaufen will. Dann könnten die Aktionäre einen Zuschlag auf den Börsenwert von 30, 40 oder 50 Prozent erhalten.“ Klingt verlockend, aber wie realistisch ist solch ein Szenario?

 

Kaufpreis kein Schnäppchen

 

Zuallererst stellt sich die Frage, ob die derzeitigen Investoren überhaupt zu einem Verkauf bereit wären. Rehnig vermutet, dass Wirecards größter Einzelaktionär und Vorstandschef Markus Braun, der zusammen mit seiner Beteiligungsgesellschaft rund sieben Prozent an Wirecard hält, sich auf einen Deal einlassen würde. Zumindest, wenn der Preis stimmt. Momentan bringt es der Online-Zahlungsdienstleister auf einen Börsenwert von etwa 16,4 Milliarden Euro. Weit mehr als beispielsweise RWE, Thyssenkrupp, die Deutsche Bank oder Lufthansa. Da Wirecard hervorragend aufgestellt ist, langfristige Wachstumsraten im zweistelligen Bereich aufweist und in einem höchst interessanten Zukunftsmarkt agiert, dürften die Aktionäre nur zu hohen Kursaufschlägen verkaufen. Zum Beispiel an zahlungskräftige Investoren aus China, die seit Jahren mit Vorliebe in Deutschland auf Shoppingtour gehen.

 

Wachstum aus eigener Kraft

 

Doch auch ohne Übernahmefantasien zählt Wirecard zur Elitegruppe der 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions. Die hervorragende, zehnjährige Kurshistorie und das vergleichsweise äußerst geringe Anlagerisiko qualifizieren Wirecard für die Champions-Auswahl. Und wenn es nach Klaus Rehnig geht, kennt die Wachstumsstory noch eine Fortsetzung. Im Interview erklärte der ehemalige Aufsichtsratschef, dass er seinen Kindern Wirecard-Aktien geschenkt hat und davon ausgeht, dass diese “bald sogar doppelt soviel Wert sein werden, mal abgesehen von den allgemeinen Marktturbulenzen.” Zum einen, weil Wirecard ein enormes, unerschlossenes Wachstumspotenzial habe - 90 Prozent des weltweiten Zahlungsverkehrs werden momentan noch nicht elektronisch abgewickelt. Zum anderen, weil der Payment-Dienstleister die eigene Messlatte hoch legt: Geschäftsführer Markus Braun will den Umsatz bis 2025 von 1,5 auf zehn Milliarden Euro steigern.

 

Selbst wenn sich die Übernahmespekulationen also nicht bewahrheiten sollten, so ist Wirecard dennoch einer der spannendsten Champions 2019. Welche zehn Aktienfavoriten das Rosenheimer Börsenteam fürs neue Jahr auf seine Favoritenliste gesetzt hat, lesen Sie in unserem brandneuen Report Top-Investment-Chancen 2019!

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

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