Siemens Energy Aktie
Siemens Energy-Aktie
WKN: ENER6Y
ISIN: DE000ENER6Y0
Land: Deutschland
Branche: Versorgung, Umwelt und Infrastruktur
Sektor: Energie
aktueller Kurs:
13,99 EUR
Veränderung:
-0,25 EUR
Veränderung in %:
-1,76 %
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Smart-Investor: Vor Allzeithochs

Mittwoch, 29.11.23 18:03
Innenraumaufnahme einer deutschen Börse
Bildquelle: Unternehmensbild: Deutsche Börse

Gold und DAX stürmen zum Gipfel

… und es glänzt doch!

Der Verlauf der Edelmetallpreise stellt Gold- und Silberfans immer wieder auf eine harte Bewährungsprobe. Seit dem Jahr 2020 kommen die Goldnotierungen in US-Dollar nicht mehr recht voran. Produziert wurde in der Zwischenzeit vor allem Volatilität. Begrenzt wird das weite Kursband von drei Spitzen im Bereich von 2.070 USD/Feinunze und einem sehr tragfähigen Boden bei ca. 1.620 USD/Feinunze, der aus dem Herbst 2022 stammt (vgl. Abb.). Nachdem das gelbe Metall Anfang Oktober noch bis auf 1.810 USD abgestürzt war, hat in der Folge eine kräftige Erholung eingesetzt, die den Kurs in zwei Schüben auf zuletzt 2.050 USD in die Höhe führte.



Damit steht der Preis erneut kurz vor der wichtigen Widerstandszone bei 2.070 USD. Für kurzfristig orientierte Trader ist dies ein Bereich, in dem Gewinnmitnahmen interessant werden könnten. Je weiter man die Perspektive aber aufzieht, desto weniger überzeugend ist diese Idee. Obwohl der Markt kurzfristig übergekauft ist, sind solche Widerstandszonen nicht für die Ewigkeit gebaut. Tatsächlich hat der Goldpreis gegenüber dem US-Dollar – und auch gegenüber allen anderen Fiatgeldern – über die letzten beiden Jahrzehnte per Saldo eine wohlbegründete Stärke gezeigt. Jedoch wirkte die Zinswende der westlichen Notenbanken unter Führung der Fed ab Frühjahr 2022 belastend, dies auch deshalb, weil die Wende sehr viel stärker ausfiel, als allgemein erwartet wurde.

Trickser in der Haushaltskrise


Zwar nur von lokaler Bedeutung und daher für die Edelmetallmärkte eher weniger relevant ist die deutsche Haushaltskrise. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das der stillschweigenden Umwidmung des Corona-Kreditrahmens für Themen wie „Klimaschutz“ und „Grüne Transformation“ einen Riegel vorgeschoben hatte, rotiert das politische Berlin.

Wer nun glaubte, dass dort durch den Richterspruch haushälterische Vernunft einkehren würde oder gar die Regierung auseinanderbricht, sieht sich bislang getäuscht. An den Ampel-Projekten soll wohl auf Biegen und Brechen festgehalten werden, auch von der FDP, die ihre Stammwählerschaft damit ein weiteres Mal enttäuscht haben dürfte.

Das fehlende Geld muss eben irgendwie beschafft werden, so die politische Logik. Nachdem der Umwidmungstrick, für den Bundeskanzler Scholz wohl persönlich verantwortlich ist, krachend gescheitert ist, soll nach den Vorstellungen einiger Ampel-Politiker für das Haushaltsjahr 2023 nun eine Notlage herbeigetrickst werden – obwohl bereits knapp elf von zwölf Monaten abgelaufen sind! Merke:

Es ist keine Notlage, wenn man das Geld mit vollen Händen herauswirft und dann feststellt, dass es weg ist. Aber auch sonst fehlt es nicht an „guten“ Ideen, wie die Bürger und Steuerzahler für allerlei rot-grün-gelbe Fantastereien schon jetzt zur Kasse gebeten werden sollen, solange die geräuschlose Finanzierung per Staatsschulden und „Sondervermögen“ (auch Staatsschulden) stockt. So hält die „Wirtschaftsweise“ Prof. Dr. Veronika Grimm Einsparungen bei den Renten für möglich, womit sie vor allem deutlich macht, dass die Rentenansprüche der Bevölkerung auch weiterhin Verfügungsmasse der Politik sind.

Der „Top-Ökonom“ Prof. Dr. Guntram Wolff (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) will der verbliebenen arbeitenden Bevölkerung zwei Feiertage abknapsen. Insofern ist das Ganze dann doch wieder ein Thema, das für Edelmetalle relevant ist. Denn das Leben über die eigenen Verhältnisse wurde nicht nur in Deutschland bis zum Exzess betrieben. Die dicke Rechnung ist daher bereits allerorten im Anrollen bzw. wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der unvergessene Freiheitsautor Roland Baader formulierte das so: „Man kann sich nicht reich drucken. Wir werden nachhungern müssen, was wir vorausgefressen haben.“

In Memoriam „Charlie“ Munger


Ebenfalls unvergessen ist Charles („Charlie“) Thomas Munger. Die rechte Hand von Investorenlegende Warren Buffett, Vize-Chef von Berkshire Hathaway, ist gestern im Alter von 99 Jahren verstorben. Munger war einer, der weit unter seinen Verhältnissen lebte, womit er auf sympathische Weise quer zum schuldenfinanzierten Zeitgeist lag. Seine Motivation reich zu werden, fasste er selbst einmal so zusammen:

„Like Warren, I had a considerable passion to get rich, not because I wanted Ferraris – I wanted the independence. I desperately wanted it.“ („Wie Warren hatte ich eine große Leidenschaft, reich zu werden, nicht weil ich Ferraris wollte – ich wollte die Unabhängigkeit. Die wollte ich wirklich.“) Wie Buffett selbst hatte Munger aufgrund seines Scharfsinns und seines Wortwitzes eine große Fangemeinde. Zum Abschied eines wahrhaft weisen alten Mannes hier einige seiner zeitlosen Zitate:

„Investing is where you find a few great companies and then sit on your ass.“
(„Beim Investieren findet man ein paar großartige Unternehmen und sitzt dann auf seinem Hintern.“)

„The big money is not in buying or selling, but in the waiting.“
(„Das große Geld liegt nicht im Kaufen oder Verkaufen, sondern im Warten.“)

„Spend each day trying to be a little wiser than you were when you woke up. Day by day, and at the end of the day – if you live long enough – like most people, you will get out of life what you deserve.“
(„Verbringe jeden Tag damit, ein bisschen weiser zu sein, als du es beim Aufwachen warst. Tag für Tag, und am Ende des Tages – wenn du lange genug lebst – wirst Du, wie die meisten Menschen, vom Leben bekommen, was du verdienst.“)




Argentinien


Gemischt waren die Reaktionen auf unsere Argentinien-Berichterstattung im letzten Smart Investor Weekly. Das Thema „Freiheit – Argentinien macht’s vor …“ ist zudem auch Titelgeschichte des aktuellen Smart Investor 12/2023, der zum Wochenende erschienen ist. Während die einen hinter dem frischgewählten Präsidenten Javier Milei nur eine weitere „WEF-Puppe“ sehen, wie sie schon in mehreren Ländern installiert wurden, ist er für die anderen ein Hoffnungsträger. Tatsache ist, dass Milei tatsächlich Verbindungen zum World Economic Forum hatte. Allerdings hat er sich von dieser Organisation und ihren Umgestaltungsplänen für die Welt inzwischen deutlich distanziert. Grundsätzlich trauen wir als Austrians einem explizit libertären Präsidenten mehr zu als einem weiteren Peronisten/Sozialisten. Dies ist, unabhängig von der Person, deshalb so, weil wir vom Wert der besseren Ideen überzeugt sind.

Nun sind wir in der glücklichen Lage, dass wir Milei schon bald nicht mehr nur an Worten und Wahlkampfreden messen müssen, sondern an den Taten, die er seinen Ankündigungen folgen lässt. Dabei dürfte klar sein, dass er nicht in jedem Bereich seine Maximalforderungen durchsetzen wird können, denn der Versuch, den wild wuchernden und wohlstandsverzehrenden Staat – und das ist bekanntlich nicht nur ein argentinisches Problem – radikal zurückzustutzen, ist eine Herkulesaufgabe. Das Beispiel Argentinien zeigt zudem, dass ein Land offenbar bis ganz nach unten durchgereicht worden sein muss, bis die Menschen die falschen Versprechungen der Kollektivisten und Staatsgläubigen durchschauen und für einen radikal freiheitlichen Kurswechsel votieren. Auch ist lange nicht gesagt, ob die Menschen bei der Stange bleiben werden, denn der Weg, den ein derart geschundenes Land vor sich hat, wird in ein steiniger werden.

Allerdings ließ uns ein Leser wissen, der mit den Verhältnissen vor Ort bestens vertraut ist, dass einiges dafürspreche, dass Milei die beabsichtigten Reformen kraftvoll angehen werde. Zum einen habe er die Jugend hinter sich, die von ihm angesichts der Perspektivlosigkeit nun Taten erwarte, zum anderen erlaube das argentinische Präsidialsystem das Regieren per Dekret, von dem auch die beiden Kirchners (m/w) reichlich Gebrauch gemacht hatten.



Zu den Märkten


Kaum zu bremsen, scheint derzeit der DAX 40. Mit aktuell rund 16.180 Punkten ist das Allzeithoch von Ende Juli schon wieder greifbar nah. Erstaunlich ist vor allem, wie kurz die zwischenzeitlichen Verschnaufpausen sind. Seit der Inselumkehr Ende Oktober benötigte der DAX bislang nie mehr als ein paar Tage der Konsolidierung, um sofort wieder weiter voranzustürmen. Diese Kraft ist insbesondere auch vor dem Hintergrund der kritischen deutschen Haushaltslage bemerkenswert. Die gestrige Regierungserklärung des Bundeskanzlers im Bundestag war höchst blamabel und wurde mehrfach mit teils höhnischem Gelächter von den Plätzen der Opposition quittiert. Fazit:

Diese Regierung ist nicht nur schwer angeschlagen, sondern nach den letzten Umfragen auch extrem unbeliebt. Zudem sind nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts schon in naher Zukunft weitere unmittelbare Belastungen für Wirtschaft und Bürger zu erwarten, etwa durch Steuererhöhungen. Dass diese veritable Regierungskrise keine negativen Auswirkungen auf den Markt hat, lässt sich eigentlich nur so interpretieren, dass, wie bereits in der Vorwoche angedeutet, schon ein mögliches Ende der Ampel-Regierung als positives Szenario von den Marktteilnehmern eingepreist wird.

Fazit

Gold und DAX stürmen weiter Richtung Allzeithoch. Neben Hoffnungen auf eine Zinswende könnte der deutsche Markt bereits das Ende der Ampel-Koalition vorwegnehmen.

Ralf Flierl, Ralph Malisch
smartinvestor.de




Quelle: boerse.de

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