Vision Fund: Was den 100 Milliarden Dollar Tech-Fonds so riskant macht

Freitag, 07.12.18 11:09
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Fonds gelten landläufig als gute Wahl – besonders in turbulenten Börsenzeiten wie diesen. Das darin investierte Kapital wird breit gestreut, wodurch sich das Anlagerisiko im Vergleich zu Einzelaktien erheblich verringert. Zudem werden Fonds, wie der BCDI®-Aktienfonds, professionell gemanagd und garantieren aufgrund strenger, regulatorischer Rahmenbedingungen einen optimalen Anlegerschutz. Und wenn Investoren tatsächlich einmal auf das Anlagekapital angewiesen sind, können in der Regel jederzeit beliebig viele Fondsanteile verkauft werden. Aber: Aktienfonds ist nicht gleich Aktienfonds. Obwohl die Asset-Klasse „Fonds” einen enormen Vertrauensbonus genießt, müssen Anleger auch hier die Spreu vom Weizen trennen. Ein umstrittenes Beispiel, das seit Monaten die Schlagzeilen der Finanzpresse füllt, ist Softbanks „Vision Fund”, dessen Grundgedanke im krassen Gegensatz zum BCDI®-Aktienfonds steht.

Vision Fund: Mächtiger Tech-Fonds

Softbanks Vision Fund ist mit 100 Milliarden Dollar Anlagekapital der mächtigste Tech-Fonds weltweit. Neben dem japanischen Industrieglomerat Softbank haben auch renommierte Firmen wie Apple, Qualcomm, Foxconn und Sharp Milliarden in den Fonds gesteckt. Der saudi-arabische Staatsfonds soll gar die Hälfte des Kapitals beigesteuert haben. Mit den vorhandenen Milliarden-Reserven verfolgt Vision Fund folgendes Anlagekonzept: Der Risikokapitalgeber unterstützt Tech-Start-ups wie z.B. Uber, WeWork, Slack oder Auto1 mit einem „minimum Investment” von je 100 Millionen Dollar und katapultiert sie in kürzester Zeit an die Branchen-Spitze. Ganz einfach, weil mögliche Konkurrenten vor Vision Funds finanzieller Macht zurückschrecken und den Markteintritt teils erst gar nicht wagen. Das bedeutet: Freie Fahrt für „aufgeblasene” Tech-Unternehmen, die „too big to fail” werden sollen.

BCDI®-Aktienfonds: Stark aus der Defensive

Während der Vision Fund das Kapital der Anleger als Waffe im Kampf um die globale Marktherrschaft der in ihm enthaltenen Tech-Unternehmen benutzt, verfolgt der BCDI®-Aktienfonds einzig und allein das Ziel, Ihr Anlagekapital langfristig erfolgreich zu vermehren. Transparent, regelbasiert und vor allem: defensiv. Der BCDI®-Aktienfonds investiert ausschließlich und gleichgewichtet in 25 Defensiv-Champions. In Aktien von Unternehmen wie z.B. McDonald’s, Nestlé oder Mastercard, die sich durch nachhaltige Wettbewerbsvorteile, besonders starke Marken und eine mindestens 10-jährige erfolgreiche Börsenhistorie auszeichnen. Allesamt Qualitätsmerkmale, die Vision Funds Tech-Start-ups erst unter Beweis stellen müssen.

Nehmen wir zum Beispiel den Bürovermieter WeWork, in den Softbank und Vision Fund mittlerweile acht Milliarden Dollar investiert haben: Das erst acht Jahre alte Start-up schrieb im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 886 Millionen Dollar einen Verlust von 933 Millionen Dollar. Für Vision Fund offensichtlich kein Problem, denn schnelles Wachstum muss eben teuer bezahlt werden. Doch ob die Strategie des mit 42 Milliarden Dollar bewerteten Vermieters sogenannter „CoWorking Spaces” langfristig aufgeht, steht in den Sternen. Denn gerade das Immobiliengeschäft ist extrem zyklisch – man erinnere sich nur an die vielen, leerstehenden Büros zu Zeiten der Finanzkrise…

Dagegen glänzen die im BCDI®-Aktienfonds enthaltenen 25 Defensiv-Champions mit enorm starken, zum Teil geradezu unentbehrlichen Marken und einer jahrzehntelangen, erprobten Krisenfestigkeit. Geputzt, getrunken und gegessen wird schließlich immer. Ob man dies von Tech-Start-ups wie Bürogemeinschaften, Chat-Diensten (Slack), oder gar Hunde-Ausführdiensten (Wag) auch behaupten kann, bleibt abzuwarten.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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