Aktien unter 1 Euro: Warum Penny Stocks riskant sind - und welche Alternative es gibt!

Freitag, 12.04.19 13:30

Von Spekulanten geliebt, von langfristig orientierten Investoren verschmäht: Penny Stocks, also Aktien zum Preis von unter einem Euro, polarisieren. Sie verführen “Zocker” mit der (geringen) Chance, schnelles Geld mit wenig Einsatz zu verdienen und lassen bei defensiv denkenden Anlegern alle Alarmglocken schrillen. Denn viele Penny Stock-Abenteuer enden im Totalverlust.

 

Viel gewagt, viel verloren

 

So zum Beispiel die Aktie der inzwischen insolventen Air Berlin: Im September 2015 unterschritt deren Kurs erstmals die 1-Euro-Marke und hat den Cent-Bereich - bis auf einen kurzen Steilflug - nicht mehr verlassen. Im Herbst 2017, kurz vor dem geplanten Verkauf an Lufthansa, notierte der Penny Stock bei knapp 17 Cent. Trotz Eröffnung des Insolvenzverfahrens ließen Anleger es sich aber nicht nehmen, weiterhin mit der nahezu wertlosen Air Berlin-Aktie zu zocken. So lag das Handelsvolumen an der Frankfurter Börse Ende 2017 sogar noch bei rund 50.000 Euro pro Tag. Erstaunlich, denn wer will schon allen Ernstes Aktionär - sprich Teilhaber - einer Pleite-Airline sein? Unterm Strich verbuchten Air Berlin-Aktionäre seit dem Börsengang 2006 -99,72 Prozent Verlust. Mehr geht fast nicht mehr.

 

Penny Stocks: Risiken und Nebenwirkungen

 

Natürlich gibt es Penny Stocks, die aufgrund kurzfristiger Krisen zu Unrecht im Ramsch-Regal gelandet sind, langfristig aber durchaus Potenzial aufweisen (dazu später mehr). Doch das Gros der unter-1 Euro-Aktien weist zwei Merkmale auf:

 

  • Hoch spekulativ

Hinter Penny Stocks verbergen sich häufig Unternehmen die, wie beispielsweise Air Berlin, Steinhoff oder Solarworld kurz vor der Insolvenz stehen. In diesem Stadium noch auf Kurssteigerungen zu wetten, gleicht einem Besuch im Casino. Dennoch denken Penny Stock-Spekulanten (meist irrtümlicherweise), dass sich eine Aktie, die nur 10 Cent kostet, viel leichter auf 20 Cent verdoppeln kann, als eine Aktie, die 20 Euro kostet und für einen Kursanstieg um +100 Prozent auf 40 Euro klettern müsste.

 

  • Geringe Transparenz

Da Penny Stocks häufig nicht im Prime Standard - dem streng regulierten Börsensegment - sondern im Freiverkehr gehandelt werden, gelten für die betreffenden Unternehmen gelockerte Regeln. So ist die Veröffentlichung von Geschäftsberichten und Bilanzen nicht zwingend vorgeschrieben. Auch der mit dem Wertpapierhandelsgesetz verbundene Anlegerschutz gilt für die im offenen Markt gelistete Penny Stocks nur mit Einschränkungen. Für Investoren ist es deshalb schwierig, valide Einblicke in das betreffende Unternehmen und dessen Geschäftsentwicklung zu erhalten. Sie kaufen sprichwörtlich “die Katze im Sack”.

 

Die Alternative zu Penny Stocks

 

Anleger, die lieber investieren, statt spekulieren sind deshalb gut damit beraten, Penny Stocks links liegen zu lassen - und stattdessen nach Qualitätswerten zu suchen, die aus vielerlei Gründen zu “Schnäppchenpreisen” gehandelt werden. Also Aktien von Unternehmen, die zwar in einer temporären Krise verkehren oder vom negativen Marktsentiment abgestraft wurden, fundamental aber bestens aufgestellt sind. Solche Value Aktien, die schon Warren Buffett zu einem der reichsten Männer der Welt gemacht haben, sind häufig wesentlich rentabler und weniger riskant als Penny Stocks. Denn: ist die temporäre Krise überstanden, finden sie häufig zu ihrer alten Form zurück oder streben nach dem erfolgreichen Turnaround sogar nach neuen Höchstständen. Mein Kollege Thomas Driendl verrät Ihnen im Turnaround-Trader, welche “gefallenen Engel” tatsächlich als Kursverdoppler infrage kommen. Ihr Gratis-Test liegt schon für Sie bereit!

 

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

 

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