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ETF-Wissen

ETF-Grundlagen
ETF-Wissen

Was ist ein Swap?

Einige ETFs werden mit Hilfe von Swaps konstruiert. Um die Entwicklung eines Marktes abzubilden, haben ETFs zwei verschiedene Möglichkeiten. Der Indexfonds kann die zugrundeliegenden Wertpapiere eines Index in der entsprechenden Gewichtung kaufen.

 

Stellen Sie sich vor, ein ETF bezieht sich auf den DAX. Der Fonds muss also die 30 Aktien, die im DAX enthalten sind, entsprechend der Gewichtung erwerben. Dabei entstehen einige Probleme. Zwar haben die großen Fonds Möglichkeiten, Handelsrabatte bei den Bankprovisionen zu bekommen, aber auch für diese großen Anleger entstehen Kosten.

Wenn nun eine neue Aktie in den DAX aufrückt und eine andere dafür das Börsenbarometer verlässt, muss der ETF umschichten. Er ist verpflichtet, die neu aufgestiegene Aktie kaufen, um den DAX wieder richtig abzubilden. Da es aber viele ETFs und Investmentfonds gibt, die nun den Neuaufsteiger im Depot haben wollen, steigt die Nachfrage nach der Aktie deutlich an. Es entsteht ein regelrechter Run auf das Papier, da die ETFs nicht warten können. Sie müssen stets aktuell den Index widerspiegeln. Durch die hohe Nachfrage steigt der Kurs der Aktie überdurchschnittlich.

 

Das bedeutet: Die ETFs müssen die Aktie zu einem zu hohen Preis kaufen.

 

Da sich aber der Kurs danach wieder auf Normalniveau einpendelt, haben die Fonds die Aktie zu teuer gekauft. Dies führt dazu, dass die Wertentwicklung des ETF geringfügig von der des Index abweicht. Solche Abweichungen nennen Experten »Tracking Error« - dem Fonds gelingt es gleichsam nicht, »in der Spur« zu bleiben und den DAX exakt wiederzugeben. Man spricht hier von einem Replikationsrisiko. Der Tracking Error ist der Unterschied zwischen der Wertentwicklung des Index und der Wertentwicklung des ETF-Portfolios.


Glücklicherweise sind solche Tracking Errors nur gering, aber dennoch kann es für Sie vorteilhaft sein, einen ETF auszuwählen, der einen möglichst geringen Tracking Error hat und den zugrunde liegenden Index möglichst genau wiedergibt.

 

Die Emittenten von ETFs haben noch eine andere Möglichkeit, um diese Abweichungen gering zu halten. Hierzu gibt es Swaps.

 

Ein Swap ist kurz definiert eine vertragliche Vereinbarung zum Austausch von Zahlungsströmen. Die Bank kann mit einem Geschäftspartner ausmachen, dass dieser den DAX abbildet und sich vertraglich verpflichtet, die Wertentwicklung an die Bank weiterzugeben. In den meisten Fällen wird dieser Geschäftspartner nicht den DAX durch den Kauf von Aktien wiederzugeben, sondern durch den Terminmarkt. Man spricht dann von synthetischen Positionen. Allerdings wird nur ein Teil der Positionen durch Swaps abgedeckt.

 

Das bedeutet: ETFs kaufen einen Teil des Index über Wertpapiere und der Rest wird durch Swaps rekonstruiert.

 

Allerdings hat diese Vorgehensweise auch eine Kehrseite. Was geschieht eigentlich, wenn der beauftragte Geschäftspartner des Swaps zahlungsunfähig wird? Kann er dann überhaupt noch den vertraglichen Vereinbarungen nachkommen? Wird dann der Swap völlig wertlos?

 

Bekanntlich werben ETFs damit, dass ihr Vermögen genau wie bei herkömmlichen Investmentfonds nicht verloren gehen kann. Als »Sondervermögen« fällt es bei einer Pleite nicht in die Insolvenzmasse, sondern gehört dem Anleger. Wie ist dies bei einem Swap, der im Grund nur eine vertragliche Vereinbarung darstellt?

 

Die Banken sind sich dieses Kontrahentenrisikos bewusst; deshalb wird bei einem Swap eine Sicherheitsleistung vom Geschäftspartner verlangt. Diese Sicherheitsleistung muss mehr als 100 Prozent des Vermögens abdecken und aus absolut sicheren und liquiden Wertpapieren bestehen. In den meisten Fällen nimmt man Staatsanleihen von Ländern mit der höchsten Bonität – häufig amerikanische Staatsanleihen. Kommt der Vertragspartner eines Swaps seinen Verpflichtungen nicht nach, kann die Bank die Anleihen zu Geld machen. Das Geschäft wird zusätzlich durch einen neutralen Treuhänder überwacht, der auch überprüft, ob die hinterlegten Wertpapiere zur Deckung des Swaps ausreichen.

 

Für Anleger spielt es daher nur eine untergeordnete Rolle, ob sie einen ETF auswählen, der durch Swaps oder durch den Kauf von Wertpapieren die Wertentwicklung eines Marktes abbildet. Wer großen Wert darauf legt, dass die Abweichung möglichst gering ist, sollte ETFs auf Swap-Basis den Vorzug geben.

 

Anleger, die ein sehr hohes Sicherheitsbedürfnis haben, sollten eher ETFs aussuchen, die den Index durch den Erwerb der Wertpapiere wiedergeben oder nur einen geringen Anteil an Swaps haben.

 

Die Verfahren zur Abbildung eines Index

  • Volle Replikation
    Der Index wird vollständig durch den Kauf der entsprechenden Wertpapiere abgebildet.
  • Optimierte Replikation
    Es werden nur ausgewählte Wertpapiere erworben; der Rest des Index wird durch synthetische Positionen (Swaps) abgebildet.
  • Synthetische Replikation
    Der Index wird vollständig durch Swaps abgebildet.

Viele ETFs folgen internationalen Richtlinien, die das erlaubte Risiko eingrenzen. So dürfen viele Investment- und Pensionsfonds nur in ETFs investieren, die das Risiko, das sich aus Swaps ergibt, verringern. Diese Richtlinie heißt UCITS-III-Reglement und legt fest, dass beim Ausfall von Swaps nur ein maximaler Wertverlust von 10 Prozent entstehen darf.

Viele ETFs verpflichten sich freiwillig, das Risiko auf unter 4 Prozent zu senken.

 

Aspekt  Volle Replikation  Optimierte Replikation Synthetische Replikation
Zusammensetzung 100% Wertpapiere Wertpapiere und Swaps 100% Swaps
Tracking Error höher geringer am geringsten
Nachteile

- höhere Kosten

- bei exotischen Märkten nicht machbar

- bei Indizes mit geringer Streuung teuer

Risiko, dass Swaps ausfallen (Kontrahentenrisiko) Risiko, dass Swaps ausfallen (Kontrahentenrisiko)